Bios

Presse

  • "...Rituals, die neue (ingesamt dritte) CD des Yakou Tribe hat eine lange Entstehungsgeschichte hinter sich. Doch die Berliner Band nutzte die Zeit seit den ersten Aufnahmen im Jahr 2005 nicht für endloses, gleichmachendes Überarbeiten ihrer Stücke, sondern für gezieltes Ausweiten ihrer klanglichen Substanz. Vor allem Gitarrist Kai Brückner sorgt durch die Erweiterung seines Instrumentariums für zusätzliche Farben. Die Slide-Gitarre auf "16 Days" nickt lässig zu Ry Cooder und Bill Frisell hinüber, mit seinem Banjo-Einsatz erinnert "Raogo" an Bill Evans Bluegrass-Experimente mit Bela Fleck, und die Mandoline gibt Jan von Klewitz' osteuropäisch angehauchtem "Jig" einen feinen Folk-Beigeschmack. Doch der Verdacht, hier würde nur munter und etwas beliebig in fremden Gebieten gewildert, wäre grundfalsch. Insgesamt bleiben die vier von Yakou Tribe ihrer eigenständigen Verarbeitung von Americana-Einflüssen treu, für die sie schon mit ihren ersten beiden CDs viel Lob geerntet haben. Obwohl Kai Brückner die meisten der Stücke geschrieben hat, ist "Rituals" keine Gitarristen-, sondern eindeutig eine Bandplatte. Obwohl sie musikalisch vielfältig und abwechslungsreich daherkommt, zeichnet sie sich auf wundersame Weise durch einen schlüssigen Gesamtklang aus. Gerade im Vergleich zu Floratone wirkt sie auf angenehme Weise ungekünstelt . Dies ist eine Band, die sich ganz altmodisch gemeinsam und organisch weiterentwickelt, statt verkrampft nach immer neuen Kicks Ausschau zu halten."
    Jazzthetik 10/2007, Guido Diesing
  • "Yakou Tribe reisen dagegen zwischen weiten amerikanischen Landschaften und der nächtlichen (Berliner) Großstadt hin und her, bis sich die Eindrücke überlagern. Ihre Melange aus Modern Jazz und Americana haben sie auf ihrer dritten CD Rituals abermals perfektioniert und sich damit endgültig als eigenständige Stimme im grossen Jazz-Urwald verwurzelt. Dreh- und Angelpunkt ist nach wie vor Kai Brückner, der mit seinen Gitarrensounds und vor allem der Dobro das Klanggerüst der Atmosphäre bestimmt. Aus dieser Atmosphäre dringen die Geschichten - aus einer Einsamkeit gespeist, die den beiden so gegensätzlich anmutenden Orten gemein scheint. Ihnen geben Kai Brückner und der Altsaxofonist Jan von Klewitz eine Stimme. Manchmal erzählen sie detailreich ausufernd, manchmal schemenhaft verklärt. Das Fahrgestell bilden Johannes Gunkel am Kontrabass und Rainer Winch am Schlagzeug, dessen offene Rhythmusarbeit selbst bei schnellen, thematisch dichten Stücken den Raum nie eng werden lässt."
    NOTES, September 2007
  • "Beim Berliner Quartett Yakou Tribe umarmen sich Leichtigkeit und Melancholie. Sie lassen sich nicht mehr los, bis die "Rituals" nach 58 Minuten und 9 Sekunden enden. Es ist verblüffend, wie schnell es das Quartett mit dem Saxofonisten Jan von Klewitz, dem Gitarristen Kai Brückner, dem Bassisten Johannes Gunkel und dem Schlagzeuger Rainer Winch (als Gast: Raogo, Percussionist) schafft, in den 13 kompakten Songs des neuen Albums Stimmungsbilder zu inszenieren. Die entführen die Hörerschaft mal in abgelegene Gegenden, in denen der Wüstenwind durchs Gestrüpp streicht, mal in den Großstadtdschungel, mal auf eine ausgelassene Tanzveranstaltung, in der der Latin die Hüfte kitzelt. ("Miller light"). Manche Themen der Gruppe, die sich gelegentlich gerne am Sound diverser Bill-Frisell-Bands zu orientieren scheint, besitzen hymnische Eindringlichkeit, manche Melodie schlägt weit ausholende Bögen ("Raogo"). Es gibt immer viel zu verarbeiten. Für die Ohren und für die Fantasie." (swp)
    Jazzthing, Sept.Okt./07
  • "Kai Brückner (Gitarre, Banjo, Mandoline, Dobro), Jan von Klewitz (Saxophon), Johannes Gunkel (Bass), Rainer Winch (Schlagzeug) und Raogo (Percussion) sind Yakou Tribe. Eine Gruppe, die den Jazz in die Wüste schickt, dortin, wo er so richtig heiß wird. Denn dann steigt er wie ein Flimmern der Luft auf und lässt sich völlig entstaubt mitten im Swamp Gebiet nieder, versinkt in einem Sumpf bluesiger Klänge und taucht wenige Takte später mitten in Teufels Küche wieder auf."
    Jazzzeit, Oktober 2007
  • "Mit ihrem dritten Album setzen Yakou Tribe auf Beständigkeit und Aufbruch. Dieser Stamm steht für ein Phänomen, das es im zeitgenössischen Jazz kaum noch gibt. Eine echte Band. Kein hohles Logo, das je nach Belieben oder Anzeige des Zeitgeistes mit mehr oder weniger disponiblen Klangstatisten ausgefüllt wird, auch nicht das Band-Chamäleon eines Einzelnen, sondern ein beharrlich arbeitendes Kollektiv, das sich ausschließlich über seine starken Individuen definiert. Gitarrist Kai Brückner, der sein Arsenal auf der neuen CD um diverse Saiteninstrumente erweitert hat, Saxofonist Jan von Klewitz, Bassist Johannes Gunkel und Drummer Rainer Winch sind eine verschworene Gemeinschaft, deren Protagonisten es längst nicht mehr darauf ankommt, sich im Bandkontext spielerische Anteile zu sichern. Die Stücke mögen durchaus die persönliche Befindlichkeit der einzelnen Musiker reflektieren, wie es bei einem guten Jazz-Titel auch stets der Fall sein sollte, aber die Band ist jene Konstante, die den Kompositionen Konsistenz und Beständigkeit verleiht. Vier Musiker, die sich separat künstlerisch weiterentwickeln, im Verband des Stammes jedoch derart präzise aufeinander abgestimmt sind, dass sich die spielerische Grundmasse der kompletten Band wesentlich langsamer verändert, als die ihrer Mitglieder. Und genau diese Dynamik zwischen Individuum und Gruppe macht das Kapital einer guten Band aus.
    Die "Rituals" sind nicht über Nacht entstanden. Angesichts der Geschlossenheit des Albums mag man kaum glauben, dass die ersten Aufnahmen für die CD bereits 2005 erfolgten. Das Material wurde angereichert, live erprobt, durch weitere Stücke ergänzt und schließlich in eine Form gegossen. Ein über Jahre organisch gewachsenes Kunstwerk, dessen Dünger die gemeinsame Erfahrung ist. Man hat mehrere Touren miteinander bewältigt, unter anderem im Auftrag des Goethe Instituts nach Afrika. Da beginnen sich Verhaltensmuster auszuprägen, die in der Tat wie Rituale funktionieren. "Das Bier nach dem Clubauftritt, das Beladen des winzigen Bandbusses am Morgen und das tägliche Ritual, die ganze Anlage auf den limitierten Platz von zwei Quadratmetern unterbringen zu müssen", beginnt Kai Brückner die Aufzählung all jener Rituale, die über das unmittelbare Spiel hinaus die zwischenmenschliche Authentizität der CD bewirken.
    Doch "Rituals" ist mehr als nur die Übersetzung jener zwischenmenschlichen Rituale. Yakou Tribe betreiben eine Huldigung an den Klang. Auf ihrem dritten Album brauchen sie keine visuellen Angeln oder Verortungen mehr, um sich in der Musik frei bewegen zu können. Die CD klingt jazziger und zugleich ungleich entspannter als ihre beiden Vorgänger. Der äußere urbane Druck ist einer gelassenen inneren Sicherheit gewichen. Der musikalische Fundus ist breiter geworden, ohne dass man die Referenz-Systeme sofort benennen müsste. Der Raum für die Improvisation ist offener, das Spiel verspielter, die Interaktion unprätentiöser. Man muss nicht mehr auf sich aufmerksam machen, sondern steht ganz im Dienst von Melodie, Groove und Sound.
    "Rituals" bedarf keiner Neudefinition seitens einer Band, die bislang gut ohne jede Programmatik gefahren ist. Die Musik erklärt sich selbst, sowie man sie hört. Wie schon auf den letzten beiden CDs umgeht der Yakou Tribe jede musikalische Festlegung, ohne jedoch auf den verspielten Rückgriff von Klischees und Gemeinplätzen verzichten zu wollen. Brückner, Klewitz, Gunkel und Winch müssen längst keine spielerischen Überzeugungen mehr verteidigen. Die neue CD ist weniger Statement als ein offenes Spiel mit der Vielzahl der Verbindungsmöglichkeiten zwischen vier Punkten. "Nichts ist beabsichtigt, aber es ist auch nichts unbeabsichtigt", erklärt Brückner die offene Dramaturgie dieses jedem Hörer zugänglichen Rituals.
    Für die deutsche Jazz-Szene markiert die dritte CD des Yakou Tribes eine der wenigen zuverlässigen Konstanten. In jenem unruhigen Umfeld, das sich auf der permanenten, beinahe panischen Suche nach ihrem eigenen Mittelpunkt seit Jahren im Kreis dreht, ist es überaus wohltuend, wenn sich eine Band mit der Unerschütterlichkeit eines Indianerstammes an sich selbst orientiert und aus der Mitte heraus trotzdem nicht die Peripherie aus den Augen verliert.
  • "Schon das Debüt "Road Works" ließ aufhorchen: Da kamen sirrende und schwirrende Wüstensounds ausgerechnet aus Berlin. Genau an der Stelle machen Yakou Tribe nun weiter - mit einem Unterschied: Sie sind noch besser geworden. Während "Road Works" von Skizzenhaftigkeit geprägt war, was sicher auch seinen Reiz hat, dominieren auf "Red & Blue Days" die kompakt und schnittig formulierten Songs. Und doch atmet diese Musik eine spektakuläre Weite und Gelassenheit, die ihr unglaublich gut zu Gesicht steht. Kai Brückners Gitarren kratzen und schaben, Jan von Klewitz ist ein gediegener Erzähler am Saxofon, Johannes Gunkels Bass macht sich auch im Vordergrund gut und der schleppende Stil von Rainer Winch am Schlagzeug bleibt auch in den schnellen Stücken unaufdringlich. Da ist etwas entstanden, was manchmal nach Calexico oder den Country-Exkursionen eines Bill Frisell klingt und was im Jazz doch so selten ist: eine richtige Band nämlich. Halten wir sie in Ehren!"
    rt
    Jazzthing, Juni 2004
  • "Im Sommer 2003 machte eine bestürzende Meldung aus Brandenburg die Runde. Das Umland Berlins drohe wegen stark unterdurchschnittlichen Regenaufkommens zu versteppen, hieß es da. Wie es dann um die Region bestellt ist, kann man auf den Platten der Hauptstadt-Band Yakou Tribe sehen und hören. Die erste CD des Quartetts, die 2002 veröffentlichte Aufnahme "Road Works", führte auf dem Cover und im Booklet Bilder voller Prärie-Einsamkeit, Tumbleweed-Melancholie und Telegrafenmast-Romantik. Die Masten sind immer noch da, auf der neuen Platte des Quartetts, und mit ihnen auch wieder jene Lust am musikalischen Verwirrspiel, die Berlins derzeit interessanteste Formation im Grenzgebiet zwischen Jazz, Americana und Pop auszeichnet.
    Lebte der Platten-Erstling "Road Works" noch von einem tastenden Suchen im Staub jenseits des Mainstream-Highways, so sind auf "Red & Blue Days" die Strukturen klarer konturiert. Man hat es hier mit nonverbalen Songs zu tun, die Altsaxofonist Jan von Klewitz mit beißendem Pathos singt. Brückner greift dazu die Cowboy-Dobro. Bassist Johannes Gunkel und Schlagzeuger Rainer Winch kommentieren den eigenwillig-eingängigen Country-Jazz mit unrasierter Outlaw-Finesse.
    Man kennt die vier Musiker, die sich beim Improvisations-Studium in Berlin, Köln, New York und Kanada die Sporen verdienten, aus dem Alltagsjazzgeschäft Berlins. Mit Yakou Tribe haben sie dem hektischen Treiben allerdings den Rücken gekehrt. Wer es nicht weiß: "Yakou" ist japanisch und bedeutet so viel wie "nächtliche Reise" oder "mystisches Schimmern"; wenn man das Wort allerdings falsch betont, kann daraus auch so etwas wie "Metallverarbeiterin" werden. Es ist wie mit der Musik von Yakou Tribe: Mystik, Dunkelheit und lustig-lustvolle Banalität liegen sehr nahe beieinander. Mag Berlin ruhig versteppen."
    RONDO, Josef Engels, 7/2004
  • „ Die Berliner Band Yakou Tribe überraschte vor drei Jahren mit ihrem CD-Debüt Road Works durch einen sehr homogenen, sofort identifizierbaren Band-Sound. Auf dem Nachfolgealbum Red and Blue Days gehen die vier Musiker (und Komponisten) noch konsequenter mit ihren künstlerischen (Gestaltungs-)Mitteln um. Der Hörer wird auf eine imaginäre Reise durch verschiedene Stimmungen zwischen Melancholie und "Ausbruch" mitgenommen. Man kann sich im Dschungel der Großstadt (Berlin) wähnen oder auf einem verlassenen Highway in Texas.“
    rbb Kulturradio, Ulf Drechsel
  • „ Die roten und blauen Tage des Lebens werden von Yakou Tribe bestens eingefangen, mit modernem Jazz, der durch schwungvolle Kompositionen, ausgereiftem Zusammenspiel und rhythmischer Vielfalt dem Leben sehr nahe kommt.“
    Jazz Zeit, Christian Bakonyi, 6/2004 Bewertung: sehr gut

  • „ Die Entdeckung der Gelassenheit trägt immer mehr Früchte. Die vier jungen Musiker von Yakou Tribe legen mit ihrer zweiten CD eine Sammlung von entspannten und dabei stets spannenden Stücken vor. Mit Lounge-Jazz oder ähnlichen Flachsinn hat das nichts zu tun. Yakou Tribe haben nicht nur ideensprühendes thematisches Material, sie besitzen auch eine untrügliche Nase für Arrangements, in denen kleine Nuancen große Wirkung erzielen. Gitarrist Kai Brückner und Saxophonist Jan von Klewitz verästeln ihre Stimmen, ohne sich dabei auf die Füße zu treten. Ihre Unisoni bleiben klangschlank und die Stimmen trennen sich immer genau rechtzeitig wieder um einender zu umtanzen. Bassist Johannes Gunkel und Schlagzeuger Rainer Winch bleiben nicht außen vor. Sie geben der facettenreichen Dramaturgie die Feinabstimmung. Yakou Tribe sind stets eine kompakte Einheit, die mit Stilen und Stilmitteln jonglieren, als sei dies die schönste Nebensache der Welt. Sie werfen einander sie Spielbälle locker zu und nicht einer fällt herunter. Die CD hat kein schwaches Stück. Es finden sich lockere Losgehnummern („Ocean“), erstklassige Balladen (Randy Newmans „Texas girl at the funeral of her father“) und noch vieles andere mehr. Man kann den 14 Stücken im Sessel sitzend zuhören, danach tanzen oder sich einfach treiben lassen. Aber hören sollte man „Red & Blue Days“ in jedem Fall.“
    Jazzpodium, Thorsten Meyer, Oktober 2004

  • „Road Works enthält einen kräftigen Wüsten-Sound, wie er außerhalb der USA bislang noch kaum entstanden ist...Ausgefüllt wird er dann mit folkloristischen Kürzeln oder einem schweren Blues, manchmal auch nur mit einem Knarzen oder einem leichten rhythmischen Schlurfen, aber immer mit ganz viel Glut und Atmosphäre.“
    Jazzthing, Rolf Thomas, 9/2001

  • „Wenn Berliner Musik machen, als wären sie lebenslang durchs amerikanische Heartland gekurvt, kann das bös krampfig enden. Nicht so bei den vier Herren vom Stamme Yakou. "Hörenswert" meint Lee Townsend, der als Produzent von Bill Frisell, John Scofield & Co. die Credibility jazzverwandter Americana bestens beurteilen kann . ... In den meisten Songs erzählen die Berliner die ewige Story vom Unterwegssein in endloser Weite. Was ist dagegen zu sagen, wenn sie dabei dem Bluesfeeling überraschend intime Seiten abgewinnen?“
    ROLLING STONE, Klaus von Seckendorff, 9/2001

  • Mit der Betitelung "Road Works" und einem Cover, das an die Weite amerikanischer Landschaften erinnert, läßt die Berliner Band "Yakou Tribe" den Jazz über den Tellerrand seines Genres blicken. Ohne dabei die Wurzeln des Jazz zu verraten, beziehen die vier Musiker - bekannt in unterschiedlichsten Konstellationen innerhalb der Hauptstadtszene - Blues, Roadmoviemusik, Country und vieles mehr mit ein. Dabei entsteht eine in sich wunderbar runde Platte, die von ruhiger Energie nur so strahlt: die sowieso schon schöne Komposition "Riverwide" von Sheryl Crow ist dabei genauso als Instrumental zu finden wie Kompositionen von Jan von Klewitz ("plays sax"), Johannes Gunkel ("plays bass") und in erster Linie solche aus der Feder des Gitarristen Kai Brückner, der mal zur akustischen, mal zur elektrischen Gitarre greift. - Rainer Winch gibt übrigens der Band den drummenden Schliff.
    Vordergründig rekrutiert sich die warme Harmonie und der fließende Ausdruck von "Yakou Tribe" aus den Saxofonlinien von Jan von Klewitz, und den einfachen, akzentuiert gespielten Gitarrenharmonien von Kai Brückner. - Aufgrund der kongenialen Mischung dieser Scheibe wird der Jazz plötzlich zum Pop, zum Klassiker - und endlich wieder zum Transporteur von Gefühlen.
    Jazzdimensions, Carina Prange, 7/2001

 

[nach oben] [zurück]

 

CDs
Videos
Sounds
// Presse
Konzerte
Links
Impressum
 
© Yakou Tribe 2013